Fotografieren ohne Kamera - so geht´s / 5 ways to take photos without camera - Ab heute bessere Fotos (6)

Ohne Kamera fotografieren / Taking photos without camera

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Auch schon mal von Betrachtern deiner Fotos gefragt worden: „Wow, was für eine Kamera hast du denn?“ Ich kenne Fotografinnen und Fotografen, die in solchen Momenten ihren Gesprächspartnern am liebsten erst mal das Stativ über den Kopf ziehen möchten. Die freundlichste Antwort ist: „Das Bild entsteht im Kopf und nicht in der Kamera“, die arrogante Antwort ist: „Es kommt nicht aufs Equipment an, sondern darauf, wer es bedient!“
5 Tipps, worauf Fotografie-Anfänger achten sollten, bevor sie den Auslöser drücken.

1. Das Bild entsteht im Kopf
Wie ist dein Blick auf die Welt? Wie ist dein Blick auf deine Umgebung? Was siehst du, wenn du an einen Ort kommst, eine Landschaft vor Augen hast oder in eine spontane Situation geworfen wirst, aus der ein Foto entstehen könnte? Es klingt wie eine Binsenweisheit, aber alles beginnt, damit, was du siehst. Großartige Bilder beginnen mit deinem einzigartigen Blick, bevor du durch den Sucher oder auf das Display schaust. Kein Mensch auf dieser Welt sieht die Welt wie du! Du bist einzigartig und daher kannst du die Welt auch in einer ungewöhnlichen Art sehen, nämlich in deiner Art! Kein anderer kann das.
Deshalb: Versuche deinen eigenen Blick zu schärfen, bevor du die Schärfe am Objektiv oder in der Kamera einstellst.

2. Deine Gedanken führen dich zu einer Idee
Kannst du Fotos schießen ohne eine Kamera dabei zu haben? Natürlich kannst du das. Du kannst sie nur danach nicht entwickeln, drucken und anderen zeigen. Je mehr du dich mit Fotografie beschäftigst, desto mehr lernst du zu sehen. Beim fotografischen Sehen schaltest du dein Gehirn und sogar deine Augen aus, und achtest auf deine Gefühle, auf dein Empfinden, dein Bauchgefühl und deine Instinkte. Je mehr du das trainierst, desto leichter fällt dir das, wenn du mit deiner Kamera unterwegs bist. Der Blick durch die Kamera ist der letzte Schritt in diesem Prozess. Der erste beginnt mit deinen Gedanken.
Deshalb: Versuche deine Gefühle wahrzunehmen, wenn du gute Fotos machen willst. Wie wirkt die Szene, die Person, die Landschaft auf dich und wie soll dein Foto später aussehen?

3. Visualisieren ist wichtig
„Schau dir die Sache erst mal an und denke nach, bevor du den Auslöser drückst. Das Herz und dein Verstand sind das wirkliche Objektiv deiner Kamera.“ Dieser Spruch des Fotografen Yousuf Karsh bringt es auf den Punkt. Und nochmal die Frage: Was siehst du?
Daran schließt sich die nächste Frage an: Was sollen die Betrachter deiner Fotos sehen? Dasselbe wie du? Etwas anderes? Vielleicht etwas, das du für sie in den Fokus nimmst und ihren Blick darauf lenkst? Visualisieren, nennen die Fachleute diesen Vorgang. Er findet im Herzen, in den Gefühlen (der Seele) und im Kopf statt. Praktisch eine mentale Blaupause bevor das eigentliche Foto aufgenommen wird.
Deshalb: Trainiere deine Fähigkeiten, indem du überall potentielle Motive und Fotos visualisierst. Vielleicht lässt du dafür die Kamera einfach mal in der Tasche und simulierst die Fotos, bevor du sie schießt.

4. Bleibe im Rahmen und denke „out of the box“
Jedes Foto hat einen Rahmen, einen Blickwinkel – und damit auch automatisch Begrenzungen. Um einen richtige Rahmen für die verschiedenen Fotos zu finden, brauchst du etwas, was es heute nur noch selten gibt: ZEIT. Schnappschüsse kann jeder! Aber künstlerisch, atmosphärisch und fachlich hochwertige Fotos kann nur derjenige machen, der sich Zeit nimmt – oder seine Fähigkeiten und seinen Blick so trainiert hat, dass in Sekunden die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Ohne Kamera lässt sich ein Blickwinkel oder ein Rahmen sehr einfach mit den eigenen Händen erzeugen. Wer dabei dann „out of the box“ denkt, versucht durch Positionsveränderungen neue Perspektiven herzustellen. Zum Beispiel in die Knie gehen, sich hinlegen, auf einem Bein stehen und sich dehnen. Wer das mit zum Rahmen zusammengefügten Händen macht, sorgt zwar für reichlich Erheiterung bei den umstehenden Leuten, schult aber seinen Blick.
(Über die grafischen Aspekte und 2-Drittel-Regeln usw. wird es in einem anderen Blog gehen.)
Deshalb: Außergewöhnliche Fotos erfordern manchmal ungewöhnliche Maßnahmen. Wie zum Beispiel Fingerarbeit, um einen neuen Blick zu gewinnen.

5. Der geschulte Blick lässt sich besser lenken
Die ersten vier Punkte sollen eine Motivation sein, ohne Kamera und theoretisches Fachwissen den eigenen Blick zu schulen (hat mit Üben zu tun). Soweit der Einstieg. Gute Fotos haben aber auch viel mit Wissen zu tun. Dabei spielen graphische Elemente wie Ebenen, Perspektiven, Linienführung, Farbgebung, Vorder-, Mittel- und Hintergrund, Bildaufteilung, Umgang mit Licht, der goldene Schnitt, Umgang mit Kontrasten, Weißabgleich und viele andere Dinge eine wichtige Rolle. Das Wichtigste in der Fotografie ist aber: die eigene Persönlichkeit der Fotografin oder des Fotografen. Daher sind die Punkte 1 bis 4 so wichtig für gute Fotos. Und sicher fallen dir jetzt noch zehn weitere Punkte ein.
Deshalb: Wer den eigenen Blick ständig schult und trainiert, wird auch mit den graphischen Tipps schnell umgehen können und einfach bessere Fotos machen.

 

Taking photos without camera

Have you ever been asked by viewers of your photos: "Wow, what kind of camera do you use?" I know photographers and photographers who want to pull their tripods over their heads at such moments. The friendliest response is: "The image is created in the head and not in the camera," the arrogant answer is: "It does not depend on the equipment, but on who´s behind the camera!"
5 Tips on what photography beginners should look for before pressing the shutter button.

1. The image is created in the head
What is your look at the world? What is your look at your environment? What do you see when you come to a place, have a landscape in front of your eyes or are thrown into a spontaneous situation that could result in a photo? It sounds like a rush, but everything starts with what you see. Great pictures start with your unique look before you look through the viewfinder or on the display. No man in this world sees the world like you! You are unique and therefore you can see the world in an unusual way, in your own way! No one else can do that.
Therefore, try to sharpen your view before you adjust the focus on the lens.

2. Your thoughts lead you to an idea
Can you shoot photos without a camera? Of course you can do that. You can not develop it, print it and show it to others. The more you deal with photography, the more you learn to see. When you look at photography, you are scolding your brain and even your eyes, paying attention to your feelings, the voice of your heart and your instincts. The more you train, the easier it is when you are on the road with your camera. Looking through the camera is the last step in this process. The first begins with your thoughts.
Therefore: Try to trust your feelings when you want to take good photos. How does the scene, the person, the landscape affect you and how does your photo look like?

3. Visualizing is important
"Look at it first and think about it before you press the trigger. The heart and your mind are the real lens of your camera. "This is the saying of photographer Yousuf Karsh. And again the question: What do you see?
This is followed by the next question: What should the viewers see, fell and think? The same as you? Something else? Maybe something that you focus on? The experts call this process visualizing. It takes place in the heart, in the feelings (the soul), and in the head. Practically create a mental blueprint before the actual photo is taken.
Therefore: Train your abilities by visualizing potential motifs and photos. Maybe you just let the camera in your pocket and simulate the photos before you shoot them.

4. Stay within the framework and think "out of the box"
Each photo has a frame, a viewing angle - and thus also automatically limits. In order to find the right frame for the different photos, you need something that is rare today: TIME. Anyone can snapshots! But artistic, atmospheric and professional high-quality photos can only be taken by those who take their time - or have trained their abilities and eyes so that the right decisions are made in seconds. Without a camera, a viewing angle or a frame can be easily created with your own hands. Whoever then thinks "out of the box" tries to create new perspectives through changes in position. For example, go to your knees, lie down, stand on one leg and stretch. Whoever does this with the hands joined to the frame, provides amusement among the people around him, but he trains his gaze.
(About the graphical aspects and 2-third rules, etc there will be another blog.)
That is why exceptional photographs sometimes require unusual measures. Such as fingerwork, to gain a new look.

5. The trained eye can be better steered
The first four points should be a motivation to train your own view without camera and theoretical knowledge (has to do with practicing). As far as getting started. But good photos also have a lot to do with knowledge. Graphic elements such as planes, perspectives, lines, color, foreground, medium and background, image division, exposure to light, the golden cut, contrasts, white balance and many other things play an important role. But the most important thing in photography is the photographer's own personality or view.
Therefore, the points 1 to 4 are so important for good photos. And surely you could add  ten more points.

Who trains his eyes to see more deeply is able to deal with all the technical aspects of good photos much better.

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